Einrichtungen / Angebot
In unserem Wohnhaus für Kinder- und Jugendliche finden acht Mädchen und Jungen vom dritten Lebensjahr bis zur Beendigung der Schulpflicht eine Wohnmöglichkeit, wenn ein Verbleib in der Herkunftsfamilie aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr möglich ist.
Die Kinder besuchen die schulvorbereitende Einrichtung oder die private Förderschule mit Tagesstätte des HPZ-Irchenrieth e.V.
Das Wohnhaus ist eine vollstationäre Einrichtung, in der die Betreuung und Erziehung das ganze Jahr sicher gestellt ist.
Eine enge Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie, dem Jugendamt und der privaten Förderschule bilden die Grundlage für eine optimale Erziehung und Versorgung unserer Bewohner.
Ein Wohnheim kann niemals eine Familie ersetzen. Dennoch wird versucht, den Alltag der Bewohner so familiennah wie möglich zu gestallten.
Betreut werden die Kinder von Erzieherinnen, Heilerziehungspflegerinnen und Kinderpflegerinnen. Eine Sozialpädagogin begleitet die Mitarbeiter in fachlichen Fragen.
Nach Beendigung der Schulpflicht kann der junge Erwachsene in andere Bereiche der Wohnstätten GmbH wechseln.
Das Wohnheim für Werkstattmitarbeiter und Förderstättenbesucher bietet derzeit 104 Bewohnerinnen und Bewohner, vom schwerstmehrfachbehinderten bis zum sozialhandlungsfähigen Bewohner, ein zu Hause. In den Wohngruppen wird jeder Mitbewohner entsprechend seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Tagesablauf mit eingebunden. So können Wohngemeinschaften mit etwa 15 Betreuten je Wohngruppe ohne „Hotelcharakter“ harmonisch zusammenleben.
Die Zusammensetzung der Wohngruppe richtet sich nach vielen Faktoren, oft ist die Gruppe auch einfach mit den Jahren gewachsen. In unseren Wohngruppen leben Männer und Frauen. Es stehen Einzel- und Doppelzimmer zur Verfügung. Betreut werden die Bewohner von Mitarbeiter/innen mit einer Berufsausbildung als Heilerziehungspfleger/ innen, Erzieher/innen, Kinderpfleger/ innen und Hauswirtschafter/ innen unter der Leitung eines Dipl.-Sozialpädagogen FH.
„Soviel Selbständigkeit wie möglich, so wenig Hilfestellung wie nötig“. Unter diesem Motto stehen die pädagogischen Zielsetzungen in unserer Außenwohngruppe in der Böhmerwaldstraße in Weiden. Motivation, Training, Anleitung, Beratung und Begleitung sind Schlagwörter, die bei der Förderung unserer Bewohner eine große Rolle spielen.
Die Förderung von Kommunikation und Interaktion beispielsweise und somit, die Fähigkeit, seine Bedürfnisse, Wünsche, Gedanken, sein Selbst dem Anderen mitzuteilen, tragen in hohem Maße zur Lebenszufriedenheit der Bewohner bei.
Außerdem tritt die Förderung des Sozialverhaltens und der Gemeinschaftsfähigkeit der Bewohner in den Vordergrund, in dem ihnen Verhaltens- und Umgangsformen im alltäglichen Zusammenleben, bei Einladungen und in der Öffentlichkeit vermittelt, erlernt und gefestigt werden. Das geschieht vor allem in Gesprächen mit dem Einzelnen oder in Gruppen.
Die Förderung des lebenspraktischen Bereichs erfolgt durch die Verfestigung und den Ausbau bzw. die Erweiterung bereits bestehender Fähigkeiten und Kenntnisse, vor allem im hauswirtschaftlichen Bereich.
Die Bewohner erhalten Hilfe zur persönlichen Lebensgestaltung, in dem durch individuelle Förderung ihre Eigeninitiative und Eigenverantwortlichkeit weiterentwickelt wird. Dies beinhaltet auch die Beratung und Begleitung bei allen sozialen, rechtlichen und finanziellen Fragen und freilich auch in Konfliktsituationen.
Die Förderung des Freizeitverhaltens durch Training und Motivation, ihren Tagesablauf und ihre Freizeitaktivitäten selbst zu gestalten, spielt ebenso eine wichtige Rolle.
Durch die Förderung und Vermittlung von Kontakten dem „normalen“ Mitmenschen gegenüber, hat der Bewohner z.B. in der Weidener Nachbarschaft die Möglichkeit, sich selbst als eigenständige Persönlichkeit zu akzeptieren. Aber auch die „Gesellschaft“ erlebt den Betreuten als eigenständigen Menschen und lernt, ihn als solchen auch zu akzeptieren. Diese Erfahrungen sind für eine kontinuierliche Integration unerlässlich. Dem zufolge fördern wir auch die Teilnahme am Vereinsgeschehen in Weiden und Umgebung, sowohl durch aktive Teilnahme, als auch durch passive Teilnahme an Veranstaltungen in gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen.
Im Rahmen der Normalisierung und des Anspruch jedes Menschen auf Selbstverwirklichung werden des Weiteren Rahmenbedingungen für unsere Bewohner geschaffen, die es ihnen ermöglicht, eine erfüllte Partnerschaft und Sexualität zu leben.
Eine individuelle Beratung bzgl. der geeigneten Partnerwahl, die Aufklärung bei sexueller Fragestellung hinsichtlich der unterschiedlichen Verhütungsmethoden, kontinuierliche Begleitung der Beziehung und Partnerschaft sowie die Schaffung von entsprechenden Wohnmöglichkeiten sind hier von großer Bedeutung.
Die Bewohner der Außenwohngruppe sollen schließlich lernen, ein so weit wie möglich selbständiges und unabhängiges Leben zu führen. Bei einzelnen Bewohnern ist das Fernziel eine Aufnahme in das Ambulant Betreute Wohnen, wo sie schließlich nur noch für einige Wochenstunden bzw. in besonderen Konflikt- oder Krisensituationen Hilfestellung vom Betreuungspersonal erhalten.
Bei keiner Gruppe im Wohnstättenverbund kommt der Anspruch der Selbständigkeit so zum Tragen, wie bei der Ambulant Betreuten Wohngruppe (ABW) für erwachsene Menschen mit einer geistigen Behinderung. Normalisierung und Integration stehen bei dieser Gruppe besonders im Mittelpunkt.
Das Ambulant-Betreute-Wohnen ist ein am Individuum und dessen Bedarf orientiertes komplementäres Angebot gemäß §§53 ff. SGB XII i.V.m. §55 SGB IX. Dies ist eine Leistung zur sozialen Eingliederung im Rahmen der Hilfen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Es ist als ein Baustein eines flexiblen Systems von Wohn- und Lebensformen anzusehen, das die Entwicklungspotentiale aber auch Einschränkungen von Menschen mit Behinderung berücksichtigt. Hat ein Mensch mit Behinderung den Wunsch sowie die Fähigkeiten und Fertigkeiten, allein oder mit anderen zusammen zu wohnen, dann soll er auch die entsprechende Wohn- und Lebensform wählen können und die dafür benötigte Unterstützung erhalten. Es handelt sich um ein Angebot, das auf der Freiwilligkeit des Nutzers basiert.
Vorrangiges Ziel der Betreuungsleistung ist, Menschen mit Behinderung in ihrer Lebensgestaltung dahingehend zu unterstützen, dass sie entsprechend ihrer individuellen Wünsche und Fähigkeiten so selbständig wie möglich in einer eigenen Wohnung leben können. Ferner sollen sie so viel wie möglich in die Gesellschaft integriert werden.
Dieses Angebot des Wohnens richtet sich an Mitbürger mit einer geistigen Behinderung, die aus ihrem aktiven Arbeitsleben ausgeschieden sind. Die Seniorengruppe wird im sogenannten "dritten Lebensabschnitt", als ein Ort der Ruhe, Erholung und Freizeitgestaltung gesehen. Auch in dieser Wohngruppe wird auf „aktives Wohnen“ wert gelegt. Es ist kein "Altersheim" mit Hotelcharakter, sondern auch hier ist die aktive Mithilfe an den alltäglichen Pflichten von unseren Bewohnern gefordert, soweit es ihre individuelle Verfassung zulässt. Aktive Freizeitgestaltung soll einem schnellen körperlichen und geistigen Verfall entgegenwirken. Auch ein "normaler Mitbürger" im Rentenalter hält sich durch Beschäftigungen fit. Unter Anleitung von pädagogisch ausgebildetem Personal wird der Tag strukturiert, Beschäftigung angeboten, Feste entsprechend der Jahreszeit gemeinsam vorbereitet und gefeiert, Freizeiten geplant und durchgeführt.
Im Herbst 2000 konnte das Angebot Wohnen um einen wichtigen Teilbereich erweitert werden, und zwar das Pflegeheim. In diesem Haus finden in 31 Einzelzimmern und 3 Doppelzimmern der oben genannte Personenkreis, bei hoher Pflegebedürftigkeit ein Zuhause.
Zielgruppe sind Mitbürger und Mitbürgerinnen, die nicht nur wegen ihrer geistigen Behinderung sondern auch wegen körperlichen Gebrechen, unabhängig von ihrem Lebensalter, weder die Förderstätte noch die WfbM besuchen können. Dieser Personenkreis findet neben einer ausgezeichneten Pflege, eine Einbindung in die Gemeinschaft. Dies wird ermöglicht durch das Miterleben des Gruppenalltages. Ferner wird durch gezielte Förderung versucht, ihr vorhandenes Potential zu erhalten, respektive zu verbessern. Dazu holen wir uns – falls erforderlich – auch Hilfe von Außen, durch Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie. Wir sind zwar keine Reha-Einrichtung, trotzdem ist es unser Ziel, vor allem bei jüngeren Bewohnern sie körperlich und geistig so zu stabilisieren, dass ein Besuch der Förderstätte oder sogar der WfbM möglich wird.
Dieses Angebot richtet sich nicht primär an Mitbürger mit einer geistigen Behinderung, sondern deren Angehörigen. Wir bieten in der Wohnanlage auf Grundlage der Pflegeversicherung Mitbürgern mit einer geistigen Behinderung, wenn ihr ständiger Lebensmittelpunkt außerhalb unseres Wohnheims liegt, die Möglichkeit für eine bestimmte Zeit bei uns zu wohnen. Dies ermöglicht den betreuenden oder pflegenden Angehörigen beruhigt in den dringend benötigten Urlaub zu fahren oder bei eigener Erkrankung, den betreuten Angehörigen gut versorgt zu wissen, um sich so besser auf die eigene Genesung konzentrieren zu können.
Außerdem lernt der Mensch mit Behinderung das Leben und den Alltag im Wohnheim kennen. Dies ermöglicht ihm, sich mit einem Leben außerhalb der Familie vertraut zu machen. Ein eventuell zukünftiger Einzug ins Wohn- bzw. Pflegeheim kann dadurch erleichtert werden.

